Liste der Vorhaben – INTERREG Österreich-Bayern 2014 – 2020

  • KlimaAlps – Klimawandel sichtbar machen (AB248)
  • Technologie- und Forschungsplattform „Hybrid Materials“: TFP-HyMat (AB97)
  • F+I Netzwerk Alpines Bauen (AB49)
  • Inwertsetzung römischer Kulturstätten (AB119)
  • Kompetenzzentrum zur Energiespeicherung (AB43)
  • Synthese, Charakterisierung und technologische Fertigungsansätze für den Leichtbau „n2m“ (AB29)
  • Qualitätssicherung und Optimierung in der Verpackung von Fleisch (AB116)

KlimaAlps – Klimawandel sichtbar machen (AB248)

„Wir alle können einen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Projekte wie ‚KlimaAlps‘ arbeiten die Herausforderungen rund um den Klimawandel wissenschaftlich fundiert auf, informieren die Menschen und geben ihnen die Möglichkeit, ihr eigenes Verhalten zugunsten unseres Klimas zu ändern.“ (LHStvin Ingrid Felipe, zuständig für Umwelt- und Klimaschutz im Land Tirol)

 

Am Projekt KlimaAlps unter der Leitung von Cornelia Baumann (Energiewende Oberland, 5. v. re., vorn) sind zahlreiche Organisationen als Projektpartner beteiligt. Im Bild die im Land Tirol für Klimaschutz zuständige LHStvin Ingrid Felipe (5. v. li.), VertreterInnen der Energiewende Oberland, des Naturparks Karwendel, des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, der Universität Innsbruck und des Klimabündnisses Oberösterreich (Foto: Land Tirol/Graus)

Bildung und Vernetzung gegen Klimawandel

Mit dem Projekt „KlimaAlps“ will man die Bevölkerung in Sachen Klimaschutz zum Nachdenken bewegen. Dem Projekt liegen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung zu Grunde, die im nächsten Schritt durch Bildung und konkrete Veranschaulichung an die Bevölkerung weitervermittelt werden sollen. Die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels zu verstehen ist nicht einfach. Aus diesem Grund braucht es gut ausgebildete Experten, die das Thema unterschiedlichen Zielgruppen näher bringen können.

Das Projekt besteht aus drei Teilen: Aufbauend auf einer Studie werden in den kommenden drei Jahren KlimapädagogInnen (KlimaPäds) ausgebildet. Das Angebot richtet sich an pädagogisch Interessierte wie WanderführerInnen, Umwelt- und ErlebnispädagogInnen oder LehrerInnen. Zusätzlich werden sogenannte KlimaTope, Orte an denen der Klimawandel ersichtlich ist, festgelegt und in einer interaktiven Karte vermerkt. Exkursionen und Themenwege vor Ort sollen die Thematik sowohl KlimapädagogInnen in der Ausbildung als auch beispielsweise SchülerInnen und TouristInnen veranschaulichen. Ein exemplarischer Themenweg wird unter anderem im Hochgebirge bei der Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen errichtet. In unmittelbarer Nähe sind dort die Spuren des Gletscherrückgangs erkennbar. Der dritte Teil des Projekts KlimaAlps setzt auf die Vernetzung von Forschung, Bildung, Politik und weiteren Beteiligten, die Klimaschutz-Maßnahmen umsetzen.

 

„Wir freuen uns über das bereits große Interesse an diesem Projekt im Vorfeld und hoffen auch, das Netzwerk stetig weiter ausbauen sowie neue Interessierte hinzugewinnen zu können“ (Anton Heufelder, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Karwendel)

Schwindende Gletscher bei der Berliner Hütte mit Hornkees und Waxeggkees (Foto: Naturpark Karwendel/Heufelder)

 

Technologie- und Forschungsplattform „Hybrid Materials“: TFP-HyMat (AB97)

Hybride Materialien sind vielversprechende neuartige Verbundwerkstoffe und Materialverbünde, welche aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften und durch Kopplung mit neuen Verarbeitungstechnologien neue Potentiale eröffnen. Eine wesentliche Barriere zur Verbreitung der neuen Technologien sind miteinander gekoppelte Fragestellungen betreffend Materialherstellung, neuartige Materialverarbeitung bis hin zu anwendungsspezifischen Designanforderungen.

Ziel des Projekts ist der Aufbau einer grenzüberschreitenden Technologie- und Forschungsplattform für die Herstellung und Verarbeitung hybrider Materialien. TFP-HyMat stellt eine interregionale Innovationskapazität dar, welche in der Lage ist, die komplexen und interdisziplinären Fragestellungen im Bereich der Herstellung und Verarbeitung hybrider Materialien in koordinierter Form zu bearbeiten. Durch diesen Kooperationsansatz soll es künftig möglich sein, den regionalen Unternehmen für konkrete Produktinnovationen eine Wissensbasis für hocheffiziente Produktionsverfahren basierend auf neuartigen Hochleistungsmaterialien zur Verfügung zu stellen.

Das gegenständliche Projektkonsortium stellt dabei einen erweiterbaren Kompetenz-Nucleus dar, der notwendige wissenschaftliche Disziplinen zum kooperativen Kompetenzaufbau beinhaltet. Durch ein integriertes Pilotprojekt werden die gewählten Kooperationsansätze zum abgestimmten Kompetenz- und Forschungsinfrastrukturaufbau am Beispiel „Biogene Filamente für den 3D-Druck “ implementiert und evaluiert. Die Ergebnisse der Aufbauarbeiten (Anschaffung der notwendigen Ausrüstung ist Gegenstand des Projekts) und der Grundlagenarbeiten unterliegen keiner Nutzungsbeschränkung und werden über Publikationen/Transfermaßnahmen offengelegt. Eine gekoppelte Bedarfserhebung bei Unternehmen fließt in die Weiterentwicklung der Technologie- und Forschungsplattform ein.

F+I Netzwerk Alpines Bauen (AB49)

Die Projektregion hat einen Wirtschaftsschwerpunkt im Bausektor, der von vielen kleinen KMU (Handwerk, Gewerbe, Planung, Dienstleistung/ auch über Baubranche hinaus) getragen wird. Die gewachsene Kernkompetenz „alpines Bauen“ verbindet regionale Baumaterialien, Bautechniken, Knowhow (im Umgang mit Höhenlage, Klimaschwankungen, Wetterextremen, Kälte, sommerlicher Überwärmung) und Nachhaltigkeit mit alpiner Bautradition und –kultur als Stärke unserer KMU und Region. Komplexer werdende Anforderungen in der Klima-, Energie- und Ökoeffizienz, neue Technologien mit raschem Wandel, ein wachsendes Wettbewerbsumfeld durch globale Bauindustrien/ Technologiehersteller erzeugen für das „Alpine Bauen“ ein Spannungsfeld. KMU sind dabei gefordert, sich verstärkt mit Innovationsfragen zu neuen Produkt- und Dienstleistungsmöglichkeiten sowie neuartigen technischen Lösungen zu befassen, um ihre Rolle als Spezialist für „alpines Bauen“ zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln, damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze regional zu sichern und nicht verstärkt zu Drittleistern (zB nur Montage) degradiert zu werden. Besonders im wachsenden Markt der Sanierung von älteren Gebäuden bestehen für KMU Chancen, über neuartige Konzept-/ Technologiezugänge alpine Bausubstanz intelligent weiterzuentwickeln und bisher unberücksichtigte Nachfragestrukturen, wie die schrittweise Sanierung kleinerer Gebäude (zB Wohnen, Tourismus) mit jedoch ganzheitlichen Sanierungskonzepten als Nische zu besetzen.

Fehlende Kompetenzen, Methoden und Knowhow dafür werden durch die Kooperation der regionalen Forschungseinrichtungen (Kompetenzbündelung zum „Alpinen Bauen“) mit KMU über ein praxisnahes, am KMU-Bedarf ausgerichtetes Forschungs-/Transferprogramm „hands on“ erarbeitet und vermittelt, wobei neben dem Fokus „schrittweise Sanierung“ die Kompetenz „Alpines Bauen“ auch ganzheitlich, interdisziplinär mit Transfermaßnahmen und Netzwerkbildung weiterentwickelt wird (Wirtschaft- Forschung/ regionale Akteure, Governance)

Inwertsetzung römischer Kulturstätten (AB119)

In den Tourismusregionen Ostbayern und Oberösterreich sind in den letzten Jahren viele Infrastrukturmaßnahmen und Angebotsentwicklungen erfolgreich umgesetzt und auf dem Markt positioniert worden. Besonders im Aktiv-Tourismus bieten die Destinationen den entsprechenden Zielgruppen ein breites Angebot. Neben dem Naturerlebnis nimmt auch der Kulturtourismus eine große Bedeutung ein. Mit dem Projekt „Inwertsetzung der römischen Kulturstätten in Ostbayern und Oberösterreich“ soll dieser Bedeutung sowie hinsichtlich allgemeiner Tourismustrends stärker Rechnung getragen werden (z.B. Zunahme der Kurzurlaube und Tagesauflüge in naheliegende oder benachbarte Tourismusregionen).

Der große Einfluss der Römer, speziell in den Provinzen Noricum und Raetium und damit im ostbayerisch-oberösterreichischen Grenzraum wurde bis dato nur lokal aufbereitet. Erstmals soll dieses historische Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und grenzüberschreitend dargestellt werden. Der Schwerpunkt liegt auf innovativen, touristischen Produkten mit historischem Bezug. Losgelöst von heutigen Staatsgrenzen sollen die damaligen Nachbarprovinzen, in ihrem räumlichen Kontext, unter historischen Aspekten, zeitgemäß interpretiert ins 21. Jahrhundert transferiert werden.

Durch die gemeinsame Ausarbeitung eines grenzüberschreitenden, projektübergreifenden, digitalen Reiseführers mit Mobilitätskonzept sollen die römischen Erlebnisinszenierungen innovativ aufbereitet werden. Eine gemeinsame Übersichtskarte in Printform präsentiert die Vielfältigkeit Ostbayerns und Oberösterreichs unter Berücksichtigung der Wander- und Radwegeinfrastruktur. Als verbindendes Element zwischen den römischen Kulturstätten und der Geschichte beider Regionen. Durch den grenzüberschreitenden Ausbau des Kulturtourismus kann die Vor- und Nebensaison durch die Bewerbung attraktiver Ausflugsziele nachhaltig weiterentwickelt und gestärkt werden.

Kompetenzzentrum zur Energiespeicherung (AB43)

Die FH Oberösterreich in Wels (FH OÖ) und die Hochschule Landshut (Technologiezentrum Energie, TZE) bündeln ihre Kompetenzen in der Energiespeicherung. Geplant sind der Auf- und Ausbau der Ressourcen zur „grenzenlosen“ Zusammenarbeit in Grundlagenforschung wie angewandter Forschung und Lehre im Bereich Energiespeicherung und im Bereich der Schutztechnik für Gleichstromsysteme. Ein innovationsfreundliches Forschungsumfeld wird in der Grenzregion aufgebaut. Die FH OÖ und die Hochschule Landshut erarbeiten ein gemeinsames Konzept für Forschung und Lehre zur Nutzung der Ressourcen am TZE im Bereich der Batterietechnologie und der Netzintegration. Das TZE wird dazu im Schwerpunkt als Demonstrations- und Forschungseinrichtung zur Entwicklung, Prüfung und Einbindung von Speichertechnik in bestehende Netze ausgebaut. Der Forschungsschwerpunkt im Bereich Batteriesysteme wird um Teilautomatisierung von Fertigungstechnologie ergänzt. Die Infrastruktur in Wels wird um Hochspannungs- und Hochstromprüfmöglichkeiten ergänzt. Mit diesen Einrichtungen können die Konstruktionsgrundlagen für elektrische Speichersysteme, die dafür notwendige Schutztechnik, sowie Grundlagen für effiziente Prüfmethoden zur Qualitätssicherung in der Fertigung von Speichern geschaffen werden. In der Lehre arbeiten die beiden Hochschulen bei der Entwicklung und der Durchführung von Seminaren im Bereich Batterietechnologie, Netzintegration und (Gleichstrom-)schutztechnik für Speichersysteme sowie Aspekten der Qualitätssicherung in der Fertigung zusammen. Die bestehenden Kapazitäten für die Durchführung von Seminaren und Praktika werden am TZE und an der FH OÖ entsprechend erweitert, um den Kursgrößen beider Hochschulen gerecht werden zu können.

Synthese, Charakterisierung und technologische Fertigungsansätze für den Leichtbau „n2m“ (AB29)

Durch die enge Zusammenarbeit der Universität Salzburg (PLUS) und der HAW Landshut soll ein gemeinsames, grenzüberschreitendes Forschungs- /Entwicklungszentrum für den Leichtbau „n2m“ (nano-to-macro) aufgebaut werden. In diesem Zentrum werden durch die wissensbasierte Synthese und Materialcharakterisierung auf der Nano- und Mikroebene neue Prozessierungstechnologien für Leichtbauprodukte mit verbesserten makroskopischen Eigenschaften geschaffen.

Eine besondere Bedeutung hat dabei der skalenübergreifende Forschungsansatz: Durch die interdisziplinäre Verknüpfung der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung an der PLUS mit der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung an der HAW Landshut wird ein Bogen von der Entwicklung der Ausgangsmaterialien, über die Untersuchung der relevanten Grenzflächen und Volumeneigenschaften bis zur Prozesstechnik gespannt. Eine solche Kooperation ist im Grenzraum einzigartig und unterstützt den weiteren Ausbau der Spitzenposition der Region im Bereich Leichtbau nachhaltig. Das Projekt trägt zur Erfüllung der EU, nationalen und regionalen Kernziele bei: Steigerung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie der Recyclinganteile und Verminderung von CO2-Emissionen.

Die Universität Salzburg bringt Know-how und Infrastruktur in den Bereichen Nano-/Mikroanalyse, sowie Grenzflächenchemie und –physik ein. Die HAW Landshut erweitert dies mit ihren Analyse- und Charakterisierungsmöglichkeiten auf der Mikro- und Makro-Ebene sowie ihrer Erfahrung in Entwicklung, Fertigung und Erprobung von Produkten. Durch die Erweiterung der Labore (hochauflösendes Transmissionselektronenmikroskop, Wärmebehandlungsofen, Heizpresse, Laserschweißanlage) wird das Zentrum soweit ausgestattet, dass Werkstoff- und Produktverbesserungsmöglichkeiten gezielt erkannt und umgesetzt werden können. Die Arbeit im Zentrum wird in der gemeinsamen Bearbeitung von 3 Modulen demonstriert.

Qualitätssicherung und Optimierung in der Verpackung von Fleisch (AB116)

Im Rahmen der Zusammenarbeit soll die Wechselwirkung der Verpackung von Fleisch auf das Produkt im Mittelpunkt stehen. Alle verfügbaren Informationen sollen im ersten Umsetzungspaket (UP) objektiv gescreent werden. Im Anschluss daran werden verschiedene Verpackungsmaterialien, darunter solche die bereits am Markt verwendet werden und solche die in der Fleischverpackung noch nicht zum Einsatz kommen, getestet und verglichen werden.

Das Ausgangsmaterial der zu untersuchenden Folien reicht dabei von konventionellen Verpackungen über Folien aus nachwachsenden bzw. ressourcenschonenden Rohstoffen. Als Ergebnis des ersten UP soll eine Festlegung von 8-10 zu testenden Folien aus verschiedenen Rohstoffen getroffen werden. Als Basis dafür dient eine Datenzusammenfassung, die durch die Koordination des Partners HKE aufgrund von Literaturrecherche, funktionellen Eigenschaften (Barriere, Dichtigkeit, mechanische Eigenschaften) charakterisiert und Materialspezifikationen für die Testreihen festlegt. Im zweiten UP werden die ausgewählten Folien durch den Partner MCI und LFU Tests für die Qualitätssicherung durchgeführt, wobei die Wechselwirkungen zwischen den getesteten Folien und den Lebensmitteln untersucht und beschrieben wird. Es sollen Farbe, Textur, Gesamtkeimzahl und Fette durch verschiedene Analyseverfahren gemessen werden. Auch wird der Frage nachgegangen, ob die Art der Verpackung einen Einfluss auf das Shelf Life der Produkte hat. Mittels nicht invasiven Messmethoden soll beim Partner LFU die Messbarkeit zur Qualität des Produktes durch die Test-Folien evaluiert werden. Als geeignete nicht-invasive Methode kann die Nahinfrarot- (NIR) und die Raman-Spektroskopie für die Analyse von chemischen Parametern (Fett-, Eiweiß-, Wassergehalt, Salzgehalt, etc.) herangezogen werden. Im dritten UP werden die Ergebnisse gemeinsam mit ZLV und den Firmenpartnern auf Anwendbarkeit geprüft. In jedem der UP ist die Beteiligung am vernetzenden UP „Techtransfer“ vorgesehen.