Projekte im INTERREG Österreich-Bayern 2014-2020

Kunstschnittstelle

„Mit dem Felix Mitterer Stück Ein Jedermann begann die grenzüberschreitende Kooperation in Richtung Bayern. Was nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit Wolfgang Dorfner (Grafiker und Regisseur in Simbach), mit dem ich gemeinsam den Braunauer Theatersommer organisiere, zu verdanken ist. Mit ihm und seinem Netzwerk im angrenzenden bayerischen Raum wurde der Grundstein für die jetzigen Kooperationen und Projekte, wie eben die Kunstschnittstelle, gelegt.“ (Robert Ortner, Obmann bauhoftheater Braunau)

Die Akteure der Kulturvereine „bauhoftheater Braunau“ und „Cabaret des Grauens“ aus Burghausen haben im Sommer 2017 erste gemeinsame Schritte in Richtung Zusammenarbeit unternommen und schnell erkannt, dass darin großes Potential liegt. Da die Kulturszene in der Grenzregion an Salzach und Inn viel zu engagiert, künstlerisch hochwertig und auch vielfältig sei, als dass man jeden alleine für sich arbeiten ließe, haben Robert Ortner und Nadine Konietzny nun ihre Vision von einer gemeinsamen Zeitung für die Grenzregion Braunau-Burghausen und Umgebung umgesetzt. Die Kunstschnittstelle verdient ihren Namen in vielerlei Hinsicht: sie soll als Zeitung eine Schnittstelle von Informationen für alle Interessierten sein, als Plattform für Künstler und Künstlerinnen ein Austauschforum darstellen, als lokales Kunst- und Kulturmedium allen Kunstrichtungen offenstehen und auf lange Sicht online als auch in Papierform eine Zusammenschau des Kunst- und Kulturschaffens der gemeinsamen Region werden.

Die Kunstschnittstelle erscheint vier Mal im Jahr und wird in Kaffeehäusern, Kultureinrichtungen, Szenelokalen und anderen Plätzen, an denen man sich gerne inspirieren lässt, aufgelegt oder kann auch gratis mit nach Hause genommen werden. Die Zeitung im „Falter-Format“ hat Format, ist 10 % satirisch, 90 % informativ und 0 % objektiv.

 

 

 

 

 

 

(Darstellung des aktuellen Netzwerks in der Region Braunau-Burghausen und Umgebung)

 

 

Donauengtal von Hofkirchen (Bayern) bis Aschach (Oberösterreich) entdecken

„Das grenzüberschreitende Miteinander wird hier im Donautal gelebt, das kommt auch durch viele gemeinsame Projekte zum Ausdruck.“ (Raimund Kneidinger, stellvertretender Landrat Landkreis Passau)

Beim Projekt „Donauengtal entdecken“ geht es um die touristische Inwertsetzung der verschiedenen Naturräume und der einzigartigen Lebensräume von Pflanzen und Tieren im Donauengtal zwischen Passau und Aschach. Dieser Streckenabschnitt der Donau ist landschaftlich einer der reizvollsten und bekanntesten überhaupt. Eingebettet in die Mittelgebirgslandschaft der Böhmischen Masse schneidet die Donau ein tiefes Engtal, die so gennannten Donauleiten beiderseits des Flusses sind üppig bewaldet. Den landschaftlichen Höhepunkt bildet die imposante Schlögener Schlinge.

Am berühmten Treppelweg entlang radeln Jahr für Jahr tausende RadfahrerInnen am Donauradweg von Passau Richtung Wien, ohne sich umzusehen, welche Schätze hier die Natur hervorbringt. Auf diese Naturschauplätze aufmerksam zu machen und zu informieren ist Zielsetzung dieses grenzübergreifenden Projektes. Man will auch erreichen, dass die BesucherInnen umweltfreundlich durch die Region reisen und nicht für jede Strecke ins Auto steigen. Um auf sicheren Radwegen das gesamte Donauengtal entdecken zu können, ist der erste Schritt umgesetzt: der neue Geh- und Radweg entlang der Nibelungenstraße ist fertiggestellt und wurde im Rahmen der Veranstaltung „Rad total im Donautal“ eröffnet. Wenn auch das bayerische Teilstück im Bereich Obernzell-Kohlbachmühle fertiggestellt ist, kann man annähernd lückenlos auf sicheren Radwegen zwischen Hofkirchen bei Passau und Aschach den Naturraum Donauengtal entdecken.

„Seit 30 Jahren arbeiten wir mit unseren bayerischen Freunden zusammen, um das Donautal touristisch zu erschließen. Etwas Besseres hätte uns nicht passieren können.“ (Roland Pichler, Bürgermeister der Marktgemeinde Engelhartszell)

 

(Foto:  Eröffnung des neuen Geh- und Radwegs im Rahmen der Veranstaltung „Rad total im Donautal“, Ansprache von LH Mag. Thomas Stelzer)

 

Grenzüberschreitendes Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach

„Ich bin in Braunau genauso daheim wie in Simbach und ich denke, das geht hier allen so.“ (Klaus Schmid, Bürgermeister Simbach am Inn)

 (Foto: Pressekonferenz STS Braunau-Simbach, 09.04.2018)

Die Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach GmbH wurde 2015 mit sieben Gesellschaftern aus der oö. Stadt Braunau und der bayerischen Stadt Simbach gegründet. In der Zwischenzeit hat die STS GmbH an der Realisierung vieler grenzübergreifender Aktivitäten und Projekt gearbeitet. Seit April 2018 wurde mit der Umsetzung des Urban Branding Konzeptes auch eine gemeinsame Dachmarke geschaffen. Mit der neuen, gemeinsamen Dachmarke BRAUNAU.SIMBACH.INN gehen die Städte den nächsten gemeinsamen Schritt und setzen ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft einer grenzübergreifenden Region. Als bedeutender Ballungsraum zwischen München und Linz sowie Passau und Salzburg will sich BRAUNAU.SIMBACH.INN positionieren.

Die besonderen Werte, die die Grenzregion stets auszeichnen finden Ausdruck im emotionalen Slogan „So sind wir“. Eine aktuelle großflächige Plakataktion vermittelt nach außen – und auch nach innen – die gemeinsamen, grenzübergreifenden Stärken: Wo Zusammenhalt große Zukunft hat, wo das Miteinander gewinnt, wo Feierlaune und Naturgenuss verwurzelt sind, wo Wirtshaus- und Kulturszene überraschen und schließlich wo Wochenmarkt und Weltmarken zuhause sind.

„Unsere grenzübergreifende Marke steht für eine gemeinsame und stimmige Identität der beiden Partnerstädte Braunau am Inn und Simbach am Inn in allen Lebensbereichen. Ein Überwinden von Grenzen, ein Zusammenfügen von vielseitigen Kräften und ein „An einem Strang ziehen“, weit über bisher gewohnte Maßstäbe hinaus, lassen spüren, was und wie täglich in dieser Region gelebt wird. Dieses Zusammenwachsen, auch in schwierigsten Zeiten wie Flüchtlingskrise oder Jahrtausendflut, ist einzigartig und somit lebendiges Europa in seiner besten und schönsten Form.“ (Mag. Johannes Waidbacher, Bürgermeister Stadtgemeinde Braunau am Inn & Klaus Schmid, Bürgermeister Simbach am Inn)

 

 

Wild und kultiviert

Durch die Etablierung eines gemeinsamen Managements für die Schutzgebiete Biosphärenregion Berchtesgadener Land, Biosphärenpark Lungau sowie für die Schutzgebiete des Mitterpinzgaus in Salzburg und Oberbayern wird der Arten- und Biotopschutz gefördert.

Die Abbildung zeigt eine Schutzgebietsbetreuerin bei der Wiesensaatgutgewinnung.

 

 

Vernetzung Bierweltregion Niederbayern-Mühlviertel

„Das Bessere ist der Feind des Guten. Hätte nicht gedacht, dass wir über ein konzeptionelles Fotoshooting ein so emotionales Bierkulturbild erzeugen können, das weit über allem liegt, was wir bisher so im Tourismus haben.“ (Bernhard Sitter, 1. Biersommelier Wirt Deutschlands, Gut Riedelsbach, Protagonist der Bierweltregion und Mitglied des Initiatorenkreises Niederbayern)

Die beiden Partnerregionen arbeiten in gegenseitiger Abstimmung Produktprofile heraus und wollen sie in einem nächsten Schritt über einen gemeinsamen Marktauftritt nach außen kommunizieren, ohne dabei austauschbar zu werden. Hierzu gab es in der Projektphase eine Reihe von Treffen in Niederbayern und im Mühlviertel, welche nicht immer auf Anhieb zum Konsens führten. Allerding ist daraus eine großartige Zusammenarbeit entstanden. 2020 wird es einen gemeinsamen Auftritt auf der Passauer Dreiländermesse geben und eine Onlineplattform realisiert, die auf strengen Qualitätsansprüchen bei Inhalt, Visualisierung und Storytelling basiert.

 

 

Wege des Holzes

„Für Scharnitz ist das Projekt eine einmalige Gelegenheit“, freut sich BGM Isabella Blaha. Auch Markus Wasmeier, Gründer des Freilichtmuseums, ist überzeugt: „Mit diesem Projekt können wir Besonderheiten der ganzen Region hervorheben!“

Im Grenzgebiet von Bayern und Tirol widmet sich ein neues INTERREG-Projekt der Kulturgeschichte der Holznutzung und natürlichen Artenvielfalt. Bis ins 20. Jahrhundert war die Holznutzung der wichtigste Wirtschaftszweig der Nordalpen. Heutige Besucher ahnen jedoch davon kaum etwas davon und die Spuren dieser Geschichte sind oft nur noch für Eingeweihte lesbar. Mit diesem Projekt will man das Wissen um die lokalen Besonderheiten der Geschichte aufgreifen. Ehemalige Holzerhütten sollen an den beiden grenznahen Standorten in Scharnitz und am Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee wiederaufgebaut werden, wo die Geschichte der Holznutzung, des Holztransports und ihrem ökologischen Kontext im Bergwald erzählt wird. Durch die Einbindung von interessierten Einheimischen in die Recherchen sollen die Ausstellungen auch einen starken Lokalbezug bekommen. Hinweise und Wissenswertes rund um das Thema sollen gesammelt und in einer offenen Wissensdatenbank, der KarwendelWIKI, öffentlich zugängig gemacht werden. Zum Projektabschluss sollen dann bestehende Institutionen, die das Thema Holznutzung und Artenvielfalt aufgreifen, in ein grenzübergreifendes Netzwerk eingebunden werden.

An diesem Projekt beteiligen sich der Naturpark Karwendel (Leadpartner) und die Gemeinde Scharnitz auf Tiroler Seite. Die Projektpartner in Bayern sind das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee.

Philosophie in den Allgäuer Alpen

„Wertvoller noch als die eigentlichen Vorträge schätze ich den persönlichen Austausch mit den Professoren, z.B. beim Mittagessen ein.“ berichtet Leon M., ein teilnehmender Gymnasiast, der an allen fünf Tagen an den Angeboten teilgenommen hat.

Im Tal und auf der Höhe konnte grenzüberschreitend philosophiert werden, weil der eigens für das ab 2017 jährlich stattfindende Philosophiefestival in den Allgäuer Alpen gegründete, bayerisch-österreichische Verein ein fünftägiges, hochkarätiges Programm auf die Beine gestellt hat. Beim philosophischen Hüttenabend mit lokalen Spezialitäten zum Beispiel, wurde über den Begriff der Leitkultur durchaus kontrovers diskutiert und danach die Ergebnisse in großer Runde vorgestellt. 15 verschiedene Angebote für Jung und Alt wurden in einer völlig neuartigen Veranstaltungsreihe angeboten. Die Anmeldezahlen übertrafen alle Erwartungen und bestätigen den Ansatz, mit einem philosophischen Angebot in die Region zu gehen. Die starke Nachfrage von Schülern und Lehrern zu diesem erstmaligen Angebot hat die Veranstalter dazu bewogen, das Philosophiefestival ab 2018 auch in die regionalen Klassenzimmer zu bringen. (Quelle: Philosophie in den Allgäuer Alpen e.V.)

 

Am 12. und 13.  Juni 2017 fand der grenzüberschreitende Hochwald-Cup im Golfpark Böhmerwald (Oberösterreich) und im Golf & Landclub Bayerwald in Waldkirchen (Bayern) statt. Abwechselnd kamen die Teilnehmer aus Österreich und Bayern zum Golfclub im jeweiligen Nachbarland um das gemeinsame Tournier auszutragen.

 “Der Anfang ist gemacht und die Projektziele können kontinuierlich ausgebaut werden. Die bereits erzielten Erfolge geben dazu Mut.“ (Josef Leutzinger, Marketingbeauftragter GC Bayerwald e.V.)

Es konnte die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Projektpartner (Nachbarclub) intensiviert werden. Durch die gemeinschaftlichen Aktivitäten, auch in Zusammenarbeit mit ansässigen Tourismusbüros, konnten Erfolge bei der Werbung um Gästespieler erreicht werden.

 

 

Adalbert Stifter und das Schmugglerwesen im 19. Jahrhundert

Mit dem Begriff „Museum“ assoziieren viele Menschen Langeweile. Zudem wird Adalbert Stifter unter dem Vorurteil, er sei ein nichts sagender Landschaftsbeschreiber, gesehen. Um den zur Weltliteratur gehörenden Schriftsteller auch den Menschen in der  heutigen Zeit nahe zu bringen, hat man ihn und Personen aus seinem damaligen Umfeld in einem Schauspiel „lebendig“ werden lassen.

Mit dem Theaterspiel haben wir in Bayern und Oberösterreich jeweils ein breites Publikum erreicht. Es ist uns gelungen, Menschen nahezu jeder Altersgruppe und unterschiedlicher Bildungsschichten zu interessieren. Alle hatten Spaß bei der Wissensvermittlung über die Person Adalbert Stifter und an dem Geschichtsunterreicht über das Rosenberger Gut. Mit den Theaterwanderungen wurde eine moderne Museumspädagogik geschaffen, bei der das Lernen über die Sinne und mit viel Frohsinn erfolgt.

„Was groß ist, neigt sich dem Großen zu und wagt das Unglaubliche!“ 

Dieses Zitat von Adalbert Stifter gab mir den Antrieb für die Durchführung unseres Theater-Projektes. Es hat funktioniert. (Monika Süß/ Museumsleitung/ Text und Regie)

 

Mit dem Projekt

„Mühle – Mahlen – Sägen – Brot – Regionalversorgung“

wurde unter anderem ein 30-minütiger Film erstellt. Dieser Film zeigt eine Vielzahl aller Einrichtungen und Museen von Neumarkt-St. Veit bis Haag am Hausruck. Der Film wurde unter anderem in Kinocenter Eggenfelden sowie bei Deutschlands größter Seniorenmesse, „die 66“ der Messe München, gezeigt. Mit kurzen YouTube-Sequenzen der einzelnen Stationen ist es gelungen, über soziale Medien auch junge Menschen für unsere Region und Einrichtungen zu erreichen.

„Die Furthmühle war für uns der Ausgangspunkt, dass sich im Zuge der Europäischen Vereinigung der Fluss Inn vom trennenden zum verbindenden Element entwickelte. Dadurch war es möglich, die teilweise bereits bestehenden Kontakte ins Rottal zu intensivieren. So konnten beide Museumsstraßen in freundschaftlicher Zusammenarbeit Projekte umsetzten, von denen die Furthmühle auch sehr profitiert hat. Punktuelle Maßnahmen konnten gefestigt und institutionalisiert werden. Dies ermöglichte auch nach innen ein Stärkenbewusstsein zu entwickeln und durch den gemeinsamen Außenauftritt wesentlich mehr Resonanz im Zielpublikum zu erreichen. Gemeinsame, übergreifende Marketingaktivitäten förderten alle teilnehmenden Museen, Aufgabenteilung entlastete einzelne Akteure und bündelte die Kräfte effizient.“ (Konsulent Meinrad Mayrhofer, Obmann Furthmühle)

Grenzüberschreitendes Sandsackmanagement zum Hochwasserschutz am Unteren Inn

„Das leidige Improvisieren bei Hochwasser hat endlich ein Ende!“

(Michael Hutterer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schärding anlässlich der Eröffnung des grenzüberschreitenden Sandsacklagers am 07. Oktober 2017 in Schärding)

Durch das INTERREG-Projekt konnte für den grenzüberschreitenden Hochwasserschutz am Unteren Inn ein modernes und zweckmäßiges Sandsacklager geschaffen werden, das im neuen KAT-Lager Schärding (Lagerung aller für Hochwasser notwendigen Einsatz-Geräte für die Stadt Schärding) integriert ist. Damit können 120 Feuerwehrleute von 7 Feuerwehren aus 4 Gemeinden grenzüberschreitend ein professionell funktionierendes Sandsacklager nutzen. 30.000 Sandsäcke stehen jederzeit für den grenzüberschreitenden Hochwassereinsatz bereit, davon sind 6.000 bereits gefüllt und transportfähig eingelagert. Jede der 7 Feuerwehren aus Oberösterreich und Bayern hat Zugang mit eigenem Schlüssel, alle Feuerwehrleute sind auf die Bedienung und Nutzung der Einrichtungen bestens geschult. Im Rahmen der Eröffnung am 07. Oktober 2017 haben die Kameraden der Feuerwehren die verschiedenen Einrichtungen und Gerätschaften den interessierten Besuchern und Besucherinnen durchaus mit Stolz präsentiert. Die Kommandos der beteiligten Feuerwehren haben einen grenzüberschreitenden Alarm- und Einsatzplan erarbeitet, der detailliert die Abläufe und Zuständigkeiten bei verschiedenen Kategorien von Hochwässern und Starkregenereignissen regelt. Bei mehreren grenz- und gemeindeübergreifenden Übungen wurden der Alarm- und Einsatzplan sowie die Einrichtungen auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Die Entstehung des KAT-Lagers mit integriertem grenzüberschreitenden Sandsacklager konnte auf der Homepage der Feuerwehr Schärding laufend mitverfolgt werden.

Grenzüberschreitendes Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach

„Braunau-Simbach wird als eine gemeinsame Stadt wahrgenommen, der täglich gelebte Austausch und Zusammenhalt über den Inn hinweg wird hochgeschätzt. Die Flüchtlingskrise sowie das Jahrhundert-Hochwasser als extreme Herausforderungen für beide Seiten haben dabei die Qualität des Miteinanders und die gemeinsame Verantwortung füreinander deutlich gemacht.“ (Ergebnis aus der Bürgerbefragung in Braunau und Simbach 2017)
„Das Stadtmarketing Braunau-Simbach ist ein gutes Beispiel, wie Europa funktionieren kann.“ (Mag. Johannes Waidbacher, Bürgermeister der Stadt Braunau)

Die Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach GmbH wurde 2015 mit sieben Gesellschaftern aus der oberösterreichischen Stadt Braunau und der bayerischen Stadt Simbach, deren Stadtzentren nur durch den Inn und die Staatsgrenze getrennt sind, gegründet. Die beiden Städte, die beiden Tourismusverbände, der Verein Shopping in Braunau, die Werbegemeinschaft Simbach sowie die Messe Braunau haben ihre Aufgaben und Ressourcen gebündelt und eine gemeinsame Geschäftsstelle eingerichtet. Seit Anfang 2016 sind Geschäftsführerin Elke Pflug und Projektmanager Sebastian Markov nun im Einsatz, um die auf dem Papier gegründete stadt- und grenzübergreifende STS GmbH zu realisieren.
Von den geplanten gemeinsamen Leitprojekten sind einige teilweise schon umgesetzt. Der gemeinsame Webauftritt mit den Rubriken Braunau-Simbach (aktuelle Infos), Shoppen (für Einkaufsraum Braunau-Simbach), Veranstaltungen, Tourismus, Wirtschaft und Services (mit interaktiver grenzüberschreitender Karte, ÖPNV und Parken grenzüberschreitend) ist in der Vollversion seit 2017 online.
Vormals noch als „Braunauer Zehner“ und „Simbacher Gutscheinkarte“ jeweils nur auf eine Stadt begrenzt, führt der neu entwickelte „Brückenzehner“ nun beide Gutscheinkarten zusammen und ist grenzübergreifend in über 80 Mitgliedsbetrieben in Braunau und Simbach einlösbar. (Bild links: Geschäftsführerin Elke Pflug und Projektmanager Sebastian Markov präsentieren die Wort-Bild-Marke für STS Braunau-Simbach; Bild rechts: Webauftritt STS Braunau – Simbach)

Link zum TV-Beitrag

 

 

Grenzüberschreitende Tourismuskooperation Kirchham – s’Innviertel

Der mehrgemeindige Tourismusverband s’Innviertel mit seinem Büro bei der oberösterreichischen Therme Geinberg und die Gästeinformation der Bayerischen Gemeinde Kirchham, in unmittelbarer Nachbarschaft bedeutendsten Thermen-Gemeinde Bad Füssing gelegen, sehen ihre gemeinsame Aufgabe darin, den zahlreichen The
rmengästen die Angebote aus der gesamten Grenzregion näher zu bringen.

Die Gemeinden und Betriebe in der Region rund um die Thermen haben Vielfältiges zu bieten, deshalb wurden zu den Schwerpunktthemen

Inn-Radweg, Römer-Radweg, Freizeit, Veranstaltungen, Brauchtum, Kultur und Thermenvielfalt

gemeinsame Videos mit den Attraktionen aus der gesamten Grenzregion gedreht. Sie werden auf den Homepages, den sozialen Medien und auch via QR-Code in den Broschüren der beiden Tourismusorganisationen werbewirksam in Szene gesetzt.

Selbstverständlich werden die Messeauftritte gemeinsam geplant und gemeinsam bestritten – auf jedem Messestand ist dann selbstverständlich die gesamte grenzüberschreite Region vertreten.

 

„Wir haben uns auf einer Freizeitmesse kennengelernt und schnell entdeckt, dass wir gut miteinander können und künftig zusammenarbeiten werden.“ (Gerald Hartl, Geschäftsführer des Tourismusverbandes s’Innviertel, zu den Anfängen der Kooperation mit Franz Mühldorfer, Leiter der Gästeinformation der bayerischen Gemeinde Kirchham.)

 

 

 

 

Vernetzung BierWeltRegion

Die vor dem Projektzeitraum intensivierte Zusammenarbeit mit Bayerischen Partnern zum Thema „Bier“ wurde im Jahr 2017 fortgesetzt. Dazu haben am 12. Mai und am 11. Juli 2017 zwei Treffen stattgefunden, die vor allem dazu dienten, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu konkretisieren. Beim Kooperationstreffen am 12. Mai 2017 in Waldkirchen wurden unter dem Thema „Zusammenarbeit mit der BWR Mühlviertel“ Maßnahmen überlegt, um das Thema „Bier“ noch nächtigungsrelevanter zu machen. Der Verein der Bierpartner im Mühlviertel hat sich im Jahr 2017 in „BierWeltRegion Mühlviertel“ umbenannt und unterstreicht nun umso deutlicher das Bekenntnis zum Thema „Bier“ und  zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Am 11. Juli 2017 trafen Partner aus Bayern mit Mühlviertler Vertretern der Mühlviertel Marken GmbH und des Vereins zur Diskussion folgender Punkte zusammen: Aktuelle Themen der Zusammenarbeit und Bericht über das „Schlüsselprojekt zwischen der Mühlviertel Marken GmbH und Oberösterreich Tourismus“. Folgende gemeinsame Aktivitäten sind für die Zukunft angedacht: Aufbau eines lokalen Empfehlungsnetzwerks der Betriebe in Niederbayern und im Mühlviertel, größere Verbreitung von Pressemeldungen und abgestimmte, gemeinsame Auftritte um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

                                                  

„Gemeinsam mit unseren Partnern in der bayerischen Bier-Tourismus-Szene haben wir die Möglichkeit, unser Leitthema Bier für den Gast noch vielseitiger aufzubereiten. Die Zusammenarbeit, die durch das INTERREG-Kleinprojekt intensiviert wurde, gewinnt weiterhin an Kraft. Für die Zukunft haben wir einiges vor – wie ein gemeinsames Empfehlungsmarketing oder gegenseitige Darstellung im Presse- und PR-Bereich.“ (Mag. Sigrid Walch, Geschäftsführerin Mühlviertel Marken GmbH)

Königswege und Bergresidenzen im Voralpenland von Bayern und Tirol

Ende September fiel der Startschuss zum länderübergreifenden Projekt „Königswege und Bergresidenzen im Voralpenland von Bayern und Tirol“. Bei diesem Schulkooperationsprojekt begeben sich die Schülerinnen und Schüler des Staffelsee-Gymnasiums in Murnau und des Bundesrealgymnasiums in Reutte im Laufe des Schuljahres gemeinsam auf Spurensuche. Thematisch dreht sich alles um die bayerischen Hoheiten König Max II., Königin Marie und Märchenkönig Ludwig II. sowie um die Jagdhütten, Reitwege, Königsstraßen und Wanderrouten der bayerischen Herrscher. Im Rahmen von Projektseminaren und Wahlkursen sowie mit Unterstützung von IT-Experten wollen sie gemeinsam Wander- und Erlebnis-App samt königlicher Wanderkarte entwickeln. Gearbeitet wird in länderübergreifenden Teams, die digital miteinander vernetzt sind. Zudem treffen sich die Schülerinnen und Schüler zu gemeinsamen Veranstaltungen und Exkursionen in Bayern und Tirol.

Das Projekt knüpft damit an die Bayerische Landesausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ an. Die Wittelsbacher kamen regelmäßig zur Erholung ins „bayerische Gebirg“ sowie zum Jagen, Fischen, Bergsteigen und zu Ausfahrten in die Umgebung. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler wird es sein, Spuren ihres Aufenthalts im Oberland und Außerfern zu finden. (Dr. Nikolaus Faulstroh, Koordinator der Landesausstellung für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Leadpartner).

Literaturbörse – Meine Geschichte, deine Geschichte

„Im Zuge der Arbeit an dem Projekt „Literaturbörse“ war und ist es immer wieder beeindruckend, wie Literatur die zwischenmenschliche Kommunikation bereichern und positiv beeinflussen kann.“ (Ulf Dückelmann, Projektleiter)

Die Umsetzung des Projekts „Literaturbörse – Meine Geschichte, deine Geschichte“ ermöglichte es erstmals, einen Überblick der zeitgenössischen Literaturlandschaft aus OÖ und Bayern zu schaffen: die spannendsten literarischen Neuerscheinungen, ein Verzeichnis der Verlage und Literatur-Netzwerke aus OÖ/BY wurden recherchiert, gesammelt, in einer 40-seitigen Broschüre dokumentiert und in Form einer Theater-Literatur-Performance inkl. Büchermesse einem literaturbegeisterten Publikum öffentlich präsentiert.

 

 

 

(Foto: Herbert Prieschl)

 

Synthese, Charakterisierung und technologische Fertigungsansätze für den Leichtbau „n2m“

„Der grenzüberschreitende Ansatz des Projektes ´n2m` wurde auch im 8. Landshuter Leichtbau-Colloquium aufgegriffen, auf dem die ersten Forschungsergebnisse vorgestellt wurden, die bei den mehr als 200 TeilnehmerInnen aus beiden Ländern auf großes Interesse stießen“ (Prof. Dr. Otto Huber, Hochschule Landshut)

Ziel des laufenden Projekts „n2m“ (nano-to-macro) ist es, ein gemeinsames, grenzüberschreitendes Forschungs- /Entwicklungszentrum für den Leichtbau aufzubauen: Ein im Grenzraum bisher einzigartiger Ansatz, der die Spitzenposition der Region im Bereich Leichtbau nachhaltig unterstützt. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Projektpartner Universität Salzburg (PLUS) und der HAW Landshut gelingt es, naturwissenschaftliche Grundlagenforschung an der PLUS mit der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung an der HAW Landshut im Themenbereich des Leichtbaus zu verknüpfen. Der skalenübergreifende Forschungsansatz spannt den Bogen von der Entwicklung der Ausgangsmaterialien über die Untersuchung der relevanten Grenzflächen und Volumeneigenschaften bis zur Prozesstechnik, um effiziente Leichtbaustru
kturen zu schaffen.

Die Forschungsmodule TeTHIS, MagForm und LasLei, mit dem Ziel Leichtbauwerkstoffe basierend auf thermoplastischen Sandwichstrukturen und hochfesten Leichtmetallen zu erforschen, werden gemeinsam intensiv bearbeitet. Die im Rahmen des Projektes an der Hochschule Landshut angeschaffte Geräteausstattung, Heizpresse, Wärmebehandlungsofen sowie Laserschweiß- und Vibrationspolieranlage, ermöglicht es, einerseits Proben im größeren Maßstab herzustellen und andererseits Werkstücke für die transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen zu präparieren. Durch die Anschaffung und für Frühjahr 2018 geplante Installation eines Transmissionselektonenmikroskops an der PLUS können Proben bis hin zu ihrer atomaren Struktur charakterisiert und so Synthese-Struktur-Eigenschaftskorrelatio­nen erarbeitet werden. Ergebnisse der laufenden Arbeiten wurden bereits bei Fachvorträgen, durch Publikationen in Tagungsbänden und in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Abbildung: Untersuchungen vom Nano- bis in den Makrobereich am Beispiel von Magnesium-Strukturen