Amphibienschutz LINKED – Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Projektinhalte

Beschreibung der geplanten Projektinhalte

Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen. In Österreich und Deutschland ist fast die Hälfte der heimischen Arten bedroht. Besonders der Straßenverkehr stellt eine große Gefahr dar. Seit Jahrzehnten werden deshalb Amphibienschutzzäune entlang gefährlicher Straßenabschnitte errichtet, die täglich kontrolliert werden müssen – meist durch Freiwillige. Deren Koordination sowie die systematische Erfassung der erhobenen Daten stellen jedoch nach wie vor große Herausforderungen dar.

Das grenzüberschreitende Projekt „Amphibienschutz LINKED“ setzt genau hier an. Ziel ist es, bestehende Schutzmaßnahmen zu verbessern, Citizen-Science-Potenziale stärker zu nutzen und den Wissenstransfer zwischen Österreich und Bayern zu fördern. In Bayern wird eine benutzerfreundliche App entwickelt, die eine einfache und direkte Dateneingabe der Amphibiendaten an Amphibienschutzzäunen im Feld ermöglicht und automatisch mit der bestehenden Amphibien-Datenbank verknüpft ist. In Österreich wird die Vermittlungsplattform „Froschklaub-Börse“, die Freiwillige mit Zaunbetreuer*innen verbindet, optimiert. So sollen Koordination und Einsatzmöglichkeiten im Amphibienschutz effizienter gestaltet werden.

Darüber hinaus werden weitere Bedrohungen für Amphibien analysiert: Die Wirksamkeit permanenter Leiteinrichtungen wird überprüft, Gefahren durch Weideroste und Speicherteiche untersucht und praxisorientierte Leitfäden für Verbesserungsmaßnahmen entwickelt. Für renaturierte Laichgewässer im (Vor-)Alpenraum wird ein Maßnahmenkatalog erstellt.

Ein zentraler Projektschwerpunkt liegt auf Bewusstseinsbildung und aktiver Einbindung der Bevölkerung. Exkursionen, Schulaktionen, Informationsmaterialien und Meldewettbewerbe sollen das Interesse am Schutz der heimischen Amphibien stärken. Die Plattform naturbeobachtung.at wird technisch weiterentwickelt, um langfristig hochwertige Daten aus Citizen-Science-Beiträgen für Forschung und Naturschutz zur Verfügung zu stellen.

Erwartete Ziele des Projektes

Zum einen soll für überregionale Amphibienschutz-Themen in Deutschland und Österreich durch den engen fachlichen Austausch eine fundierte Maßnahmengrundlage erstellt werden, die künftig im alpinen und voralpinen Raum zur Auswahl der optimalen bewährten Praktiken herangezogen werden kann.
Die neu entwickelten Leitfäden zu den Themen „Amphibienschutz an Straßen“, „Amphibiensichere Speicherteiche“, „Optimierung und Renaturierung von Amphibiengewässern im (Vor-)Alpenraum“, „Optimierung von permanenten Amphibien-Leiteinrichtungen“ und das Maßnahmenblatt zu „Ausstiegshilfen Amphibien“ sollen durch Expert*innen geprüfte und fachlich fundierte Maßnahmenkataloge enthalten, die zum Ziel haben, Gefahren für Lurche für verschiedene Ausgangssituationen durch klare Empfehlungen und Methodenvorschläge zu minimieren.
Das Ausbauen und Verbessern der Meldeplattform naturbeobachtung.at wie auch das Erstellen der Wanderstrecken-App soll eine zusätzliche Verbesserung der Datenlage unserer heimischen Lurche mit sich bringen und langjährige Datenlücken schließen. Ebenso sollen auch die langjährig etablierten Datenbanken und Kommunikationssysteme im regionalen Amphibienschutz durch den länderübergreifenden Erfahrungsaustausch weiter an Präsenz gewinnen und ausgebaut werden.

Zum anderen soll der Wert unserer heimischen Amphibien und deren Schutz in unserer Gesellschaft erhöht und gefestigt werden. Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Informationsmaterialien und Events zu den Kernthemen des Projektes werden dabei gezielt genutzt, um das Interesse an Lurchen in der Bevölkerung zu erhöhen, die Artenkenntnis zu verbessern und zur Unterstützung von Amphibienprojekten anzuregen.
Das Angebot an Exkursionen nutzt dabei sowohl der direkten Interaktion mit Amphibien-Interessierten als auch der Datenerhebung in den Exkursionsgebieten. So tragen diese nicht nur zur Verbesserung der Datenlage bei, sondern schlagen ebenso Brücken zwischen Wissenschaft, Artenschutz und Citizen-Science.

Mehrwert durch grenzüberschreitenden Ansatz

Der grenzüberschreitende Charakter des Projektes ist ganz essenziell für die einzelnen Arbeitspakete. Im Vordergrund steht hier der Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch, sowohl durch die geographische Ähnlichkeit und Nähe, als auch die fachliche Kenntnis beider Partnerorganisationen.
Das Erstellen von optimalen und überregional geltenden Leitfäden und Maßnahmenplänen ist erst durch die große Erfahrungsbreite und Expertise zweier großer und langjährig agierender Umwelt- und Naturschutzorganisationen in diesem Maße möglich.
Ebenso bringt der Austausch von Erfahrungen, Ideen und Best-Practice-Beispielen zu der bereits zur Verfügung stehenden Infrastruktur – einerseits zur physischen Infrastruktur, zu der unter anderem die Amphibienschutzmaterialien zählen, sowie auch zur technischen Infrastruktur, die Meldeplattformen und Datenbanken beinhaltet – eine außergewöhnliche Möglichkeit zur nachhaltigen Verbesserung im Amphibienschutz – mit Wirkung über die Projektregion hinaus!
Zuletzt ist auch die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit essenziell, um durch das Nutzen aller Kanäle beider Partnerorganisationen die größtmögliche Breite an Interessierten und Freiwilligen zu gewinnen.

Projektteilnehmer

Leadpartner

Name der Organisation

BUND Naturschutz in Bayern e. V.

Anschrift der Organisation

Pettenkoferstraße 10a
80336 München
Deutschland

Ansprechpartner

Uwe Friedl

Zuordnung des Leadpartners:

Oberbayern

weitere Projektteilnehmer

Name der Organisation

Naturschutzbund Österreich

Anschrift der Organisation