Analyse der Ursachen und Überwindung der Hemmnisse für Kreislaufwirtschaft im Bauwesen und Nachhaltiges Bauen mit RC Produkten

Projektinhalte

Beschreibung der geplanten Projektinhalte

Die Zielvorgaben der EU zur Klimaneutralität 2050 verschärfen auch in Deutschland und Österreich die Nachhaltigkeitsbewertung von Bauwerken und Produkten. Europa denkt daran, verpflichtende Recyclingquoten vorzusehen.
In Niederösterreich wurde bereits das „Pflichtenheft Energieeffizienz und Nachhaltigkeit“ erstellt, um eine 5% Recyclingquote bei mineralischen Baustoffen im Hochbau zu erreichen. Andere Bundesländer erarbeiten Maßnahmenkataloge.
Um die Potentiale von Recycling-Baustoffen auszuschöpfen, hat die Bayerische Staatsregierung die „Mission RC20/25 – Bayern baut auf Umweltschutz!“ beschlossen. Ziel ist es, bis 2025 den Anteil des aufbereiteten Bauschutts, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe um 20 Prozent zu steigern.

Der Einsatz recycelter Materialien im Bau wird zwar viel diskutiert, aber noch selten umgesetzt. Das liegt zum einen an rechtlichen Unsicherheiten, an unzureichender Informationspolitik gegenüber den Bauherren, mangelnder Erfahrungen der Planer, als auch an unzureichende Investitionen der Baustofflieferanten.
Um diese Hindernisse zu überwinden, verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz, der politische Entscheidungsträger, öffentliche und private Bauherren und Planer und Bauunternehmer in den beteiligten Regionen adressiert.
– Vergleich der gesetzlichen Regelungen und normativen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft.
– Identifikation der aktuellen Hemmnisse für den verstärkten Einsatz von RC-Baustoffen und Ableiten von politischen Empfehlungen für politische Entscheidungsträger.
– Bewusstseinsbildung und Verbesserung des Informationsangebots für Bauherren, Planer zu gesetzlichen Anforderungen und Bestimmungen.
– Handreichungen zu den Potentialen und Einsatzmöglichkeiten recycelter Baustoffe sowie deren Beschaffung für Bauunternehmen (z.B. Erstellung von Baustoffkatalogen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, regionalen Landkarten für RC Hersteller).

Erwartete Ziele des Projektes

Das strategische Ziel des Projektes ist die Bestimmung der Ursachen für und der Abbau von bestehenden Hemmnissen für einen stärkeren Einsatz von RC Baustoffen im Bauwesen sowie eine Stärkung der regionalen Kreislaufwirtschaft für nachhaltigeres Bauen.
Operative Ziele des Projektes sind:
• Grenzüberschreitende Erhebung von gesetzlichen bzw. normativen Rahmenbedingungen für eine optimale Nutzung von Produkten mit Recyclinganteil. (Policy)
• Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu verpflichtenden Recycling-Anteilen und den potenziellen Beitrag zu politischen Zielsetzungen (Green Deal; NaBe Plan)
• Aufzeigen der Anwendung von RC-Baustoffen im Gebäudebereich (Baustoffkatalog)
• Auffindbarkeit von RC-Herstellern erhöhen (Landkarte)
• Grenzüberschreitende Erhebung der nationalen Umsetzung „Benchmark Erfolgsmodelle“
• Sensibilisierung durch Veranstaltungen und Seminare zum Thema, Vorstellen von Umsetzungen und Exkursionen
• Veranstaltungen/ Kampagne zur Implementierung des Leitfadens für Nachhaltiges Bauen.
• Weiterentwicklung von prozessbegleitenden Werkzeugen und deren Einführung in anderen Regionen mit dem Ziel die Nachhaltigkeit im Bauwesen zu erhöhen und recycelte Materialien in Pilotbauten einzusetzen
• Checkliste zur Forcierung des Einsatzes von RC-Baustoffen
• Datenbank mit ökologischen Kenndaten von RC-Baustoffen
• Bauteilkatalog zur Forcierung der Kreislaufwirtschaft – Konstruktion mit RC-Baustoffen; Bauteilkatalog zur Sicherstellung der Recyclingfähigkeit von Konstruktionen bzw. Baustoffen

Mehrwert durch grenzüberschreitenden Ansatz

Der Bausektor ist im Projektgebiet ein wichtiger Wirtschaftszweig und Arbeitgeber, der auch branchenübergreifend viele andere Disziplinen vernetzt. Die hier entwickelte alpine Baukompetenz in KMU ist eine gemeinsame Stärke. In allen Teilregionen sind die KMU sehr kleinstrukturiert und haben kaum von sich aus die Möglichkeit Innovationsarbeiten oder neue Themen zielgerichtet zu anzugehen. Hier bündelt das Projekt die KMU zu einer kritischen Masse, um gemeinsam das wichtige Thema Kreislaufwirtschaft voranzubringen und Innovationsgrundlagen zu schaffen. In den Teilregionen befassen sich zwar die Wissenschaftseinrichtungen mit Bauthemen, aber aufgrund ihrer unterkritischen Größen wiederum nur mit Teilbereichen und spezifischen Schwerpunkten. Durch die Kooperation können im Grenzraum alle wichtigen Disziplinen gebündelt werden, um überhaupt erst die anwendungsorientierte Forschungskompetenz für das komplexe Thema Recycling ganzheitlich zu generieren. Davon profitieren auch die KMU auf beiden Seiten, da hier bislang kein grenzüberschreitender Technologietransfer vorhanden ist. Unterschiedliche Materialanwendungen und Bauweisen können über das Projekt zusammengeführt und so voneinander gelernt werden. Es entstehen neue Lösungswege und eine Verbesserung des Wissens über Rahmenbedingungen im Grenzraum. Das leistet einen Beitrag zur Entwicklung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes. KMU können sich nicht nur einen Zukunftsmarkt in einer Nische erschließen, sondern auch einen qualitativen Beitrag zu den nationalen und regionalen Klima- und Energiestrategien leisten.

Projektteilnehmer

Leadpartner

Name der Organisation

Energieinstitut Vorarlberg

Anschrift der Organisation

Stadtstraße 33
6850 Dornbirn

Ansprechpartner

Sabine Erber

Telefon

+4355723120291

Zuordnung des Leadpartners:

Land Vorarlberg

weitere Projektteilnehmer

Name der Organisation

HWK München und Oberbayern

Anschrift der Organisation

Zukunft-Bau