Entwicklungsstrategien für die Alp/Alm-Wirtschaft als Natur- und Kulturerbe in den bayerischen-österreichischen Alpen (AlpAlmNatur)

Projektinhalte

Beschreibung der geplanten Projektinhalte

Die Landwirtschaft hat sich in Bergregionen in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Prinzipiell werden Gunstlagen im Tal intensiviert und weniger ertragreiche Standorte extensiviert bzw. die Bewirtschaftung eingestellt. Dieser tiefgreifende Wandel hat zu einem Verlust von jahrhundertealten Kulturlandschaften (Verbuschung und Verlust von artenreichen Wiesen) – und damit zu einem Rückgang der einzigartigen Biodiversität und der für die Gesellschaft wichtigen Ökosystemleistungen geführt.
Das Projekt möchte der Entwicklung durch einen multidisziplinären Ansatz entgegenwirken.
Zentral ist die Etablierung von Living Labs (AP3): aktive Gemeinschaften mit VertreterInnen der Wissenschaft, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft unter dem Lead der Tiroler Umweltanwaltschaft in den drei Projektregionen Berchtesgaden, Tirol und dem Allgäu. Im Zentrum stehen Fortbildungen, Transfer von altem Wissen, Prüfung neuer Geschäftsmöglichkeiten (regionales Saatgut, Vermarktung Almprodukte etc.) und Pflegeeinsätze. In professioneller Begleitung erarbeiten die Gemeinschaften durch ihre Hands-on Erfahrung Lösungen für die aktuellen Herausforderungen.
Die Hochschule Weihenstephan Triesdorf erforscht in drei Entwicklungsszenarien (1. Einstellen der Bewirtschaftung, 2. Business as usual (Referenz) und 3. biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung auf je einer Alm Projektregion (= 9 Almen) den Zusammenhang von Bewirtschaftungspraktik, Verbuschung und Biodiversität (AP4). In einem weiteren Schritt werden für alle untersuchten Almen auch Modelle/Ausblicke erarbeitet, was sich bei Umstellung in ein anderes Szenario ändern würde (AP5) und ermittelt, welchenMehrwert die Landwirtschaft für den Erhalt dieser Kulturlandschaft leisten müsste. In einem weiteren Arbeitspaket (AP6) zeigt das Netzwerk Blühende Landschaft Inwertsetzungsmöglichkeiten auf, die es den LandwirtInnen ermöglichen könnten, die Almen nachhaltig weiter zu bewirtschaften, z.B. Tourismusabgabe, Regionalfond, öffentliche Förderungen.

Erwartete Ziele des Projektes

Das Projekt verfolgt zwei Metaziele, die in ihrer Kombination die Kulturlandschaft Alm und ihre gesellschaftliche Bedeutung erhalten und stärken.
Wissenschaftliche Erhebung der Biodiversität:
Das Projekt liefert eine fundierte Datengrundlage zur Biodiversität auf Almen und Alpen, die für zukünftige Entscheidungen genutzt werden kann. Es werden Rückschlüsse auf gesellschaftlich relevante Ökosystemdienstleistungen gezogen. Zudem wird eine Berechnung der finanziellen und personellen Ressourcen für biodiversitätsfördernde Praktiken durchgeführt, unter Berücksichtigung der Risiken für Mensch und Tier. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für mögliche Kompensationen. Die gemeinschaftlich erarbeiteten Ideen für Bewirtschaftungs- und Wertschöpfungspraktiken können direkt in den Betrieben angewendet werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in ein „Good Case Fact Sheet“ ein, das für andere Bewirtschafter*innen leicht umsetzbar ist und die Ausrollung in weiteren landwirtschaftlichen Betrieben und Regionen ermöglicht.
Gesellschaftliche Auseinandersetzung und Erarbeitung von Lösungsstrategien:
Ein weiteres Ziel ist, die breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Almwirtschaft zu fördern. Dies geschieht durch die Bildung von Living Labs, in denen Landwirtschaft, Wissenschaft und Interessierte gemeinsam an Lösungen arbeiten. In diesen Reallaboren wird altes Wissen mit neuen Praktiken und Modellen kombiniert.
Das Ergebnis sind Zukunftsszenarien, die eine biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung sicherstellen. Dabei werden Aspekte wie regionale Wiesensaatgutproduktion, Produktvermarktung, Freiwilligenengagement und Schnittstellen zum Tourismus integriert. Die Living Labs sorgen für breite Akzeptanz und bieten Lösungen für die Herausforderungen der Almwirtschaft.
Eine differenzierte Betrachtung auf regionaler und nationaler Ebene sowie die Einbeziehung relevanter Stakeholdergruppen (siehe assoziierte Projektpartner) wird angestrebt.

Mehrwert durch grenzüberschreitenden Ansatz

Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch: Der Austausch von Erfahrungen, bewährten Praktiken und innovativen Ideen fördert den Wissenstransfer und unterstützt die Entwicklung kreativer Lösungen für die Herausforderungen der Almbewirtschaftung. Durch den Einbezug unterschiedlicher Perspektiven entstehen Synergien, die zu nachhaltigeren und effektiveren Lösungen führen können.
Ein wichtiger Vorteil der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit liegt in der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen wie modernen Forschungseinrichtungen, Technologien, Methoden und finanziellen Mitteln. Dies erhöht die Effizienz und fördert die Umsetzung von AlmNatur. Die Bündelung dieser Ressourcen verbessert die Planbarkeit und stärkt die Erfolgsaussichten des Projekts.
Ein solches grenzüberschreitendes Projekt trägt auch zur öffentlichen Wahrnehmung bei. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen und Chancen der Almwirtschaft und fördert das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer biodiversitätsfördernden Almbewirtschaftung. Insbesondere wird die Bedeutung der Almen als wertvolle Ökosysteme betont, deren nachhaltige Nutzung für Natur und Klima entscheidend ist.
Zusätzlich fördert das Projekt die regionale Wirtschaft. Es stärkt lokale Märkte, unterstützt den Tourismus und schafft neue Arbeitsplätze, was langfristig zu einer stabileren wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt. Eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit kann als Modell für andere Regionen dienen.
Schließlich stärkt ein solches Projekt die Identität der Berglandwirtschaft. Die Leistungen der Almwirtschaft als Landschaftspfleger und Naturschützer werden sichtbar gemacht und wertgeschätzt. Die praktischen Herausforderungen der Berglandwirtschaft, die über nationale Grenzen hinausgehen, fördern ein gemeinsames Bewusstsein für die Verantwortung in der nachhaltigen Bewirtschaftung der Almen.

Projektteilnehmer

Leadpartner

Name der Organisation

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Anschrift der Organisation

Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 3
D-85354 Freising
Deutschland

Ansprechpartner

Bernd Panassiti

Zuordnung des Leadpartners:

Oberbayern

weitere Projektteilnehmer

Name der Organisation

Mellifera e.V., Netzwerk Blühende Landschaft

Anschrift der Organisation

Land Tirol – Tiroler Umweltanwaltschaft

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