Der grenzüberschreitende Tourismusraum Bayern–Salzburg gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Regionen im Alpenraum und ist zugleich durch eine hohe Dichte energieintensiver Betriebe geprägt. Hotels, Thermen und Bergbahnen stehen zunehmend vor der Herausforderung, stark schwankende und saisonale Energieverbräuche, steigende Energiekosten sowie wachsende Anforderungen an Klimaschutz und Nachhaltigkeit miteinander zu vereinbaren. Klassische Einzelmaßnahmen auf Betriebsebene reichen hierfür nicht mehr aus und lassen erhebliche Effizienz- und Synergiepotenziale ungenutzt.
Das Projekt iEG 4.0 verfolgt einen grundlegend neuen Ansatz: Ziel ist es, Industrie-Energie-Gemeinschaften der nächsten Generation speziell für den Tourismussektor zu entwickeln, praktisch zu erproben und grenzüberschreitend zu bewerten. Im Mittelpunkt steht die gemeinschaftliche Nutzung und intelligente Steuerung von Energie über mehrere Komponenten hinweg – von erneuerbarer Erzeugung über Speicherlösungen bis hin zu digitalen Energiemanagementsystemen. Damit werden touristische Betriebe erstmals von isolierten Einzelverbrauchern zu aktiven Akteuren eines kooperativen Energiesystems.
Die Projektumsetzung erfolgt in realen touristischen Betriebsumgebungen in Österreich und Deutschland und verbindet technische Innovation mit organisatorischen und betrieblichen Kooperationsmodellen. Dadurch werden Lastspitzen reduziert, der Eigenverbrauch erneuerbarer Energien optimiert und die Energieeffizienz messbar gesteigert.
Taurus Energie GmbH (Österreich) übernimmt als Lead Partner die Gesamtkoordination des Projekts sowie die konzeptionelle Entwicklung der iEG-4.0-Modelle. Das Unternehmen bringt umfassende Erfahrung in den Bereichen Energiegemeinschaften, Digitalisierung und Systemintegration ein.
FERESTO GmbH (Deutschland) ist Projektpartner und ergänzt das Projekt durch ihre ausgewiesene Expertise in der praktischen Umsetzung innovativer Energie- und Speicherlösungen.
Ziel des Projekts iEG 4.0 ist es, ein neues, übertragbares Modell für kooperative Energieversorgung im Tourismussektor zu entwickeln und dessen Praxistauglichkeit im grenzüberschreitenden Raum Bayern–Salzburg nachzuweisen.
Konkret verfolgt das Projekt folgende Ziele:
• Aufbau und Erprobung von zwei Industrie-Energie-Gemeinschaften 4.0 für den Tourismussektor – jeweils eine Pilotumsetzung in Österreich und in Deutschland.
• Messbare Steigerung der Energieeffizienz touristischer Betriebe durch gemeinschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien, Speicher und digitaler Steuerungssysteme.
• Reduktion von Lastspitzen und Verbesserung der wirtschaftlichen Betriebsführung energieintensiver Tourismusbetriebe.
• Systematischer Vergleich der unterschiedlichen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen beider Länder im Hinblick auf gemeinschaftliche Energielösungen.
• Entwicklung eines skalierbaren und übertragbaren „Blueprint iEG 4.0 Tourismus“ als Grundlage für weitere Umsetzungen im Programmraum.
Langfristig soll das Projekt einen substanziellen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und klimafreundlichen Weiterentwicklung des Tourismussektors leisten.
Der grenzüberschreitende Ansatz ist der zentrale Mehrwert des Projekts iEG 4.0 und eine wesentliche Voraussetzung für dessen Erfolg. Die energiebezogenen Herausforderungen touristischer Betriebe im Raum Bayern–Salzburg sind auf beiden Seiten der Grenze strukturell vergleichbar, werden jedoch durch unterschiedliche rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen geprägt.
Während in Österreich Energiegemeinschaften bereits gesetzlich verankert sind und neue Kooperationsmodelle ermöglichen, bestehen in Deutschland bislang keine vergleichbaren Umsetzungsinstrumente für touristische Betriebe. Eine nationale Projektumsetzung könnte diese Unterschiede weder systematisch analysieren noch übertragbare Lösungen entwickeln.
Erst durch die parallele Umsetzung und den direkten Vergleich der Pilotlösungen in beiden Ländern wird sichtbar, unter welchen Bedingungen Industrie-Energie-Gemeinschaften 4.0 im Tourismussektor erfolgreich funktionieren und wo Anpassungen erforderlich sind. Das Projekt generiert damit eine grenzüberschreitende Wissens- und Entscheidungsbasis, die deutlich über nationale Einzelansätze hinausgeht.
Der Mehrwert zeigt sich zudem im intensiven Austausch von fachlicher Expertise zwischen den Projektpartnern sowie in der gemeinsamen Entwicklung praxistauglicher Lösungen für den gesamten Programmraum. Die Ergebnisse unterstützen Betriebe, Regionen und öffentliche Akteure gleichermaßen und leisten einen nachhaltigen Beitrag zur klimafreundlichen, resilienten und zukunftsfähigen Entwicklung des grenzüberschreitenden Tourismusraums Bayern–Salzburg.
Name der Organisation
Taurus Energie GmbH
Anschrift der Organisation
Plainbachstraße 10
5101 Bergheim, Österreich
Ansprechpartner
Dragomira Karst
Telefon
Zuordnung des Leadpartners:
Land Salzburg
Name der Organisation
FERESTO GmbH
Anschrift der Organisation