Reutte & Füssen klimafit

Projektinhalte

Beschreibung der geplanten Projektinhalte

Die beiden Städte setzen sich proaktiv mit den Fragen des Klimawandels auseinander und suchen nach gemeinsamen Lösungen, um besser an die Folgen des Klimawandels angepasst zu sein. Das Projekt beinhaltet die gemeinsame Entwicklung von Richtlinien zur Gestaltung innerörtlicher Freiflächen im Sinne der Klimaanpassung. Dabei wird die bestehende Raumordnung kritisch hinterfragt, um den Flächenverbrauch und Ressourceneinsatz zu optimieren.

Daraus abgeleitet werden an stark frequentierten, innerörtlichen Arealen in beiden Städten sich inhaltlich ergänzende Pilotmaßnahmen für eine klimafolgenangepasste Stadtentwicklung bzw. Wasserwirtschaft in den nachfolgenden Handlungsfeldern umgesetzt:
(1) Entsiegelung – konkret: Rückbau von Betonierung und Asphaltierung bzw. Erhöhung der Versickerungsfähigkeit
(2) Ressourcensparsamkeit – konkret: Einsparung von Trinkwasser sowie Recycling und Cradle to Cradle (Kreislaufwirtschaft), v.a. bei der Verwendung der notwendigen Materialien für Geräte und Einrichtungsgegenstände
(3) Hitzeresilienz – konkret: Beschattungsbepflanzung und Bereitstellung von kostenlosem Trinkwasser
(4) Regenerative Energien – konkret: Solarenergie zur Versorgung öffentlicher Stromverbraucher in der Freizeitinfrastruktur

Zudem sind Maßnahmen zur Information, Kommunikation und Bewusstseinsbildung in Bezug auf Klimawandel und entsprechende Anpassungsnotwendigkeiten vorgesehen.

Erwartete Ziele des Projektes

Das zentrale Ziel des Projekts ist das Erreichen einer stärkeren Resilienz urbaner Siedlungsräume gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels am Nordrand der Alpen. Durch gemeinsam erarbeitete Anpassungsstrategien und Richtlinien, pilothafte Umsetzungsmaßnahmen in Füssen und Reutte, Schulungen, Fachveranstaltungen zur Verbreitung des generierten Know-hows und bewusstseinsbildende Maßnahmen soll aufgezeigt werden, wie kleine Städte besser mit zunehmenden Hitzeperioden, häufigeren Starkregenereignisse, etc. zurechtkommen. Gleichzeitig soll in der Bevölkerung wieder eine größere Bereitschaft vorherrschen, diese Maßnahmen mitzutragen. Es soll das Bewusstsein für die Bedeutung von Klimawandelanpassung im Allgäu und im Außerfern gestärkt werden. Durch die gezielte Entsiegelung und die Neukonzeption des innerstädtischen Grünraums soll eine stärkere Wasserretention erreicht werden, was zu einer Entschärfung der Hochwassergefahr und der in beiden Städten bestehenden Gipskarstproblematik führt.

Zusammenfassung der Ziele:
• Schaffung einer interkommunalen Arbeitsebene zur Klimaanpassung für das Projekt und darüber hinaus
• Umsetzung der Pilotprojekte an den Schauplätzen und damit Lieferung von sichtbaren Beiträgen zur Klimaanpassung
• Attraktivierung des urbanen Lebensraums für Einheimische und Gäste
• Etablierung der Klimaanpassung als Handlungsprinzip für die Stadtentwicklung
• Sensibilisierung der Bevölkerung für die Notwendigkeit sowie die Vorzüge einer klimaangepassten Stadtentwicklung
• Attraktivierung und damit Steigerung der touristischen Wettbewerbsfähigkeit der Destinationen
• Profilierung der Lebensräume bzw. Destinationen für Nachhaltigkeit und Gemeinwohl und damit als Vorbildregionen

Mehrwert durch grenzüberschreitenden Ansatz

Durch die Klimapartnerschaft der beiden Nachbarstädte Reutte und Füssen kommt es zu einem regen Austausch und zu gegenseitigen Lernprozessen zu lokalen Strategien und übergeordneten Programmen in Bayern/Deutschland und in Tirol/Österreich. Aufgrund der gleichen klimatischen und stadtgeografischen Rahmenbedingungen haben Füssen und Reutte einen Laborcharakter für die politischen Instrumente auf beiden Seiten der Grenze. Das Projekt zielt auf grenzüberschreitende Lerneffekte und auf Übertragbarkeit auf andere Gemeinden im Grenzraum Bayern-Österreich ab. Die lokalen Pilotmaßnahmen ergänzen sich inhaltlich. Gleichzeitig bringt die Gemeinsamkeit in den Maßnahmen der Kommunikation auch die Bevölkerung der Gemeinden einander näher und verstärkt die Ambitionen „people to people“.

Der strategische Ansatz ist von Beginn an auf grenzüberschreitendes gemeinsames Engagement ausgelegt und folgt einen idealtypischen roten Faden:
Die sich aus Mitgliedern der Projektpartner zusammensetzende Arbeitsgruppe erarbeitet zunächst eine Konzeption für die klimaangepasste Freiflächengestaltung. Die Bearbeitung gemeinsamer oder auch sich voneinander unterscheidender Herausforderungen schafft Synergien aus der Einbringung der jeweiligen Kompetenzen und sichert gegenseitiges Lernen. Die Lösungsansätze sind individuell auf die Herausforderungen der Projektpartner abgestellt.

Die ausgewählten Pilotareale haben gemeinsam, dass sie stark frequentiert sind und sich somit sehr gut für das Erzielen von Aufmerksamkeit bei Einheimischen und Gästen eignen. Ihnen obliegt somit eine Starterfunktion.

Die aus dem reinen Erlebnis der höheren Aufenthalts- und Lebensqualität in den Pilotarealen entstehende Erkenntnisgewinn wird zusätzlich begleitet und gesteigert durch spezifische Kommunikationsmaßnahmen: direkt bei den Arealen, mit Angeboten für das Publikum, und durch Fachveranstaltungen, um die Erfahrungen aus dem strategischen Vorgehen auch mit anderen interessierten Trägern der öffentlichen Hand

Projektteilnehmer

Leadpartner

Name der Organisation

Füssen Tourismus und Marketing,
Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Füssen

Anschrift der Organisation

Kaiser-Maximilian-Platz 1
D-847629 Füssen

Ansprechpartner

Stefan Fredlmeier

Zuordnung des Leadpartners:

Schwaben

weitere Projektteilnehmer

Name der Organisation

Stadtgemeinde Reutte

Anschrift der Organisation