Die Schleiereule (Tyto alba) ist in der EU durch die Vogelschutzrichtlinie und die FFH-Richtlinie streng geschützt, zudem gehört sie zu den Pledge-Arten der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 mit einem erhöhten Handlungsbedarf (Kategorie C). In Bayern gilt sie als gefährdet und steht auf der Roten Liste, in Österreich ist sie vom Aussterben bedroht. Der Brutbestand wird in Bayern auf 1.300 bis 1.700 Paare und im Salzburger Land auf etwa 20 bis 30 Paare geschätzt. Die Schleiereule wirkt der massenhaften Vermehrung von Scher- und Feldmäusen entgegen, die aufgrund der klimatisch bedingt wärmeren Witterung bei vielen Landwirten Ertragsverluste verursachen. Die Schleiereule ist quasi eine nature based solution zur Eindämmung dieses Problems.
Das geplante Projekt baut auf dem INTERREG Artenhilfsprojekt „Schleiereule“ von 2006 auf, das von der Euregio Salzburg gefördert wurde. Damals wurden Nisthilfen errichtet und ein Lebensraummodell erstellt, um zu prüfen, ob die Schleiereule noch genügend Jagdhabitat findet. Nach 20 Jahren ist die Datenlage bezüglich Bestandszahlen und Habitatzustand leider unzureichend. Als typischer Vogel für offene und halboffene strukturreiche Agrarlandschaften ist die Schleiereule eine Zeigerart für eine hohe Biodiversität in der Agrarlandschaft. Das Monitoring der Bestände gibt somit Hinweise über den Gesamtzustand dieser Räume. Es fehlt aber bisher an einem gemeinsamen, koordinierten Monitoring und gemeinsamen Planungen, v.a. auch hinsichtlich von Umsetzungsmaßnahmen.
Antragsteller ist der LBV e.V., Projektpartner sind BirdLife Austria sowie das Haus der Natur in Salzburg.
Leadpartner ist der LBV, er setzt die Maßnahmen auf der bayerischen Seite um und koordiniert die gemeinsam zu erstellenden Ergebnisse (Managementplan für Schleiereule BY-A, Monitoringstandard, Erfassungstool). BirdLife Austria ist für die Umsetzung der Maßnahmen auf österreichischer Seite verantwortlich.
Das geplante Projekt zielt darauf ab, die Schleiereulenpopulation in den Landkreisen Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land sowie im Land Salzburg zu stabilisieren und zu steigern. Dazu sollen Daten zu Bestand und Habitat nach einem einheitlichen Standard, der gemeinsam definiert wird, erfasst und grenzübergreifend Maßnahmen zu Verbesserung des Habitats geplant (Managementplan Schleiereule) und teilweise umgesetzt werden. Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten werden, auf Basis der Projektergebnisse, Folgeprojekte zur Umsetzung beantragt und eine ehrenamtliche Struktur an „Kümmerern“ in BY und A etabliert. Ebenso werden Landwirte und die Öffentlichkeit über den Nutzen den die Schleiereule stiftet aufgeklärt.
Die Habitate und die Aktionsräume der Schleiereule sind grenzübergreifend, allein deswegen bringt der grenzüberschreitende Ansatz einen Mehrwert, da so perspektivisch an einem grenzüberschreitenden Habitatverbund gearbeitet werden kann. Zudem entstehet durch das gemeinsame Vorgehen ein einheitlicher Datensatz über den der Status der Art im Grenzraum valider beurteilt werden kann. Östlich der salzburger- und oberösterreichischen Brutplätze existiert in Österreich eine Bestandslücke, so dass davon auszugehen ist, dass diese Bestände mit den bayerischen eine Population bilden.
Name der Organisation
LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.
Anschrift der Organisation
Landesgeschäftsstelle, Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein
Ansprechpartner
Ronald Smutny
Telefon
Zuordnung des Leadpartners:
Oberbayern
Name der Organisation
BirdLife Österreich – Gesellschaft für Vogelkunde
Anschrift der Organisation