Das Projekt zielt auf den Schutz alpiner Endemiten wie Zitronenzeisig, dessen Bestände stark rückläufig sind, und der stark gefährdeten Waldbirkenmaus in Bayern und Tirol. Die Lebensräume dieser Arten überschneiden sich im Mosaik von Almweiden, Mooren und Waldwiesen. Nutzungsänderungen und der Klimawandel verschärfen die Wasser- und Habitatqualitäten zunehmend.
Durch Förderung einer extensiven Almwirtschaft, differenziertes Flächenmanagement und Maßnahmen zur Klimaanpassung sollen ihre Lebensräume gesichert und weitere gefährdete Arten gefördert werden. LBV, Land Tirol, Alpinium und Alpenzoo arbeiten gemeinsam an praktischen Schutzmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit für die alpine Biodiversität.
ZIELE: Projektziel ist der Erhalt der Alpen-Endemiten und Schirmarten Zitronenzeisig und Waldbirkenmaus durch Verbesserung der alpinen Lebensräume
Maßnahmen:
-Unterstützung extensiver Alm- und Alpwirtschaft in Bezug auf Schlüsselstrukturen
-Identifizierung von Gebieten mit herausragender Verantwortung für Zitronenzeisig und Waldbirkenmaus
-Schonende Nutzung während Fortpflanzung und Winterschlaf
-Entwicklung eines integrierten Naturschutzkonzeptes für ausgewählte Almen/Alpen
-Umsetzung von spezifischen Artenschutzmaßnahmen auf Weideflächen
-Biotopverbund für Zitronenzeisig und Waldbirkenmaus durch differenziertes Flächenmanagement; Erhalt von Totholz und Hochstaudenfluren, Förderung von Nahrungspflanzen
-Umsetzung von Sofortmaßnahmen: Aufwertung von Wasserstellen für Zitronenzeisige/Waldbirkenmaus durch technische Hilfsmittel
Handlungsfelder:
1. Projektmanagement & Kooperation: Aufbau von regionalen Arbeitsgruppen (Allgäu, Werdenfelser Land, Tirol) mit 10 Kooperationsvereinbarungen
Maßnahmen: Aufbau von Steuerungsstrukturen, Schulungen.
Output: Vereinbarungen, Schulungsunterlagen, Informationsmaterialien.
2. Habitat- und Bewirtschaftungsmaßnahmen: Lebensraumaufwertungen. Stopp des Rückgangs des Zitronenzeisigs und zusätzliche Nachweise von Waldbirkenmaus und anderen alpinen Kleinsäugern
Maßnahmen: differenzierte Beweidung, Pufferzonen, Spätmahd, Wasserstellen, Entbuschung
Output: 100 ha aufgewertete Biotopfläche, aufgewertete Pisten
3. Öffentlichkeitsarbeit: Maßnahmen: Infotafeln, Social Media, Informationskampagnen
Output: höherer Bekanntheitsgrad der Alpen-Endemiten in der Öffentlichkeit
4. Monitoring: jährliche Kartierung, Einsatz von je 50 Horchboxen und Wildkameras
Maßnahmen: Revierkartierung, Nestersuche, Bruterfolg, Ursachenforschung, Vergleich zu historischen und subrezenten Daten. Kleinsäuger- und Vegetationsmonitoring, Erfassung anthropogener Nutzung.
Output: Jahresberichte, behördenverfügbare Monitoringdaten
Wirksamer Schutz von Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und anderen endemischen Kleinsäugern des Alpenraumes kann nur durch intensiven Wissens- und Praxisaustausch zwischen bayerischen und österreichischen Fachstellen erreicht werden. Die Zusammenarbeit ermöglicht die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Habitatverbundes über Lebensrauminseln v.a. in europäischen Schutzgebieten und schafft Synergien durch die Nutzung vorhandener Expertise, Flächen und Materialien. Zudem profitieren die Partner von den jeweiligen Vorarbeiten der anderen Partner. Auf Tiroler Seite kann auf Grundlage der bayerischen Kriterien zur Bestandserfassung eine belastbare Datengrundlage für den Zitronenzeisig aufgebaut werden, wodurch vergleichbare Datensätze über die Landesgrenzen hinweg entstehen. Bayern wiederum profitiert von den in Österreich etablierten Systematiken zur Habitatmodellierung, die für die Optimierung der eigenen Verfahren herangezogen werden können.
Ähnliches gilt für die Kleinsäuger: Da die Bayerische Kurzohrmaus ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet besitzt, das grenzübergreifend in Bayern und Tirol liegt, muss der Schutz dieser Art grundsätzlich grenzübergreifend gedacht werden. Dies gilt auch für Waldbirkenmaus und Alpenwaldmaus, wenngleich deren Verbreitungsgebiete weiträumiger sind. Gerade auf österreichischer Seite sind vielerlei Daten nicht digital aufbereitet und daher nicht verfügbar, z.B. Habitatpräferenzen der betroffenen Kleinsäugerarten. Für den Schutz dieser bedrohten Verantwortungsarten sind lebensraumübergreifende Datensätze aber unerlässlich. Ein gemeinsames deutsch-österreichisches Steuerungsteam für Monitoring und Schutz dieser Arten kann grenzübergreifend optimiert vorbereiten und logistische Synergien schaffen, sowie Daten, Kontakte und Ausrüstung austauschen und gemeinsam verwenden. Gleichzeitig werden so internationale Allianzen der Stakeholder geschaffen und gestärkt, da die Aktivitäten in europaweite Ansätze eingebettet sind.
Name der Organisation
Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.
Anschrift der Organisation
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
D
Ansprechpartner
Ronald Smutny
Telefon
Zuordnung des Leadpartners:
Oberbayern
Name der Organisation
Regierung von Schwaben
Alpinium – Zentrum Naturerlebnis Alpin
Anschrift der Organisation
Amt der Tiroler Landesregierung
Abt. Umweltschutz